Weiterbildungscurriculum

Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie

Für die Eintragung einer Spezialisierung ist ein breites Spektrum an Störungsbildern, einschlägiger Diagnostik und Handlungskompetenz (Interventions-, Behandlungs-, Beratungskompetenzen) im jeweiligen Bereich nachzuweisen.

Die Weiterbildung der Akademie für Kind, Jugend und Familie erlaubt eine ergänzende Berufsbezeichnung für klinische PsychologInnen zur Spezialisierung im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie.

Inhalt unserer Ausbildung

Das Weiterbildungscurriculum der Akademie für Kind, Jugend und Familie umfasst 144 Stunden, die in folgende Bereiche unterteilt werden:

  • Fachbereich I: Diagnostik im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie (3x 16 EH)
  • Fachbereich II: (Störungs-)Bilder bei Kindern, Jugendlichen und ihren Familien: Behandlungsmöglichkeiten und spezifische Diagnostik (4 x 16 EH)
  • Fachbereich III: Beratungs-, Eltern- und Netzwerksarbeit im Kinder-, Jugend- und Familienpsychologischen Kontext (2 x 16 EH)

Neben inhaltlichen Vorträgen zu den jeweiligen Themenblöcken durch die Lehrenden, bringen die TeilnehmerInnen – soweit möglich – auch eigene Erfahrungen und Herausforderungen in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familiensystemen ein. Diese werden dann entweder im Plenum und/oder durch Kleingruppenarbeiten bearbeitet und mit den neu erlernten Inhalten verknüpft. Dies dient einerseits dazu den kollegialen Austausch und andererseits das kritische Auseinandersetzen mit dem bereits Gelernten zu fördern. Die Lehrenden stehen auch regelmäßig für Intervisions- und Supervisionsfragen zur Verfügung.

Zielgruppe

Dieses Weiterbildungscurriculum wendet sich an KollegInnen, die die Klinisch-Psychologische Ausbildung bereits abgeschlossen haben und spezielle Kenntnisse im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie erwerben wollen.

Zertifizierung

Zum Abschluss des Weiterbildungscurriculums Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie erhalten die TeilnehmerInnen eine Bestätigung über die erfolgreiche Absolvierung der erforderlichen Theorieausbildung zur Spezialisierung als Kinder-, Jugend- und FamilienpsychologIn gemäß §20 Abs. 5 und §29 Abs. 5 Psychologengesetz 2013. Die inhaltliche Überprüfung der hierbei erworbenen Fachkenntnisse erfolgt im Rahmen des Weiterbildungscurriculums fortlaufend durch Gruppenarbeiten und Präsentationen, sowie durch schriftliche Zusammenfassungen am Ende der jeweiligen Module.

Die anschließende Zertifizierung zur Spezialisierung im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie wird nach der Überprüfung der Zertifizierungskriterien gemäß §20 Abs. 5 und §29 Abs. 5 Psychologengesetz 2013 ausgestellt. Diese setzen sich zusammen aus:

  • Teilnahmebestätigung über die erfolgreiche Absolvierung der Theorieausbildung im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie an der der Akademie für Kind, Jugend und Familie.
  • Nachweis der facheinschlägigen Praxis im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie im Ausmaß von zwei Jahren Vollzeitbeschäftigung (entspricht 3760 Stunden), entweder erworben durch:
  • Berufstätigkeit in einer einschlägigen Einrichtung im Spezialisierungsbereich (Nachweis durch Bestätigung der Einrichtung) oder
  • Durch eine Tätigkeit in freier Praxis im Spezialisierungsbereich (Nachweis durch Auflistung der einschlägigen Behandlungen/Interventionen/Diagnostik unter Nennung der Störungsbilder und Frequenz, wobei die wahrheitsgemäße Ausführung durch eigenhändige Unterschrift an Eides statt zu bestätigen ist). Ergänzend zur freiberuflichen Tätigkeit sind 20 Stunden einschlägige Supervision durch einE im selben Spezialisierungsbereich ausgewiesenE BerufsangehörigE nachzuweisen.

Der jeweilige Nachweis der Berufstätigkeit hat ein breites Spektrum an Störungsbildern, einschlägiger Diagnostik und Handlungskompetenz (Interventions-, Behandlungs-, Beratungskompetenzen) im jeweiligen Spezialisierungsbereich aufzuzeigen.

Dieses Zertifikat dient als Nachweis zur Eintragung der Spezialisierung im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie in die Berufsliste des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz gemäß §20 Abs. 5 und §29 Abs. 5 Psychologengesetz 2013 herangezogen werden.

Fachbereich I:
Diagnostik im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie

Durch diesen gesamten Block zieht sich die Auffassung durch, dass Diagnostik ein dynamischer Prozess ist.  Klinisch-Psychologische Diagnostik ist gerade im Kinder-, Jugend- und Familienbereich keine statische Aufnahme der Ausprägung möglicher Konstrukte, sondern ein kooperativer Prozess und beschreibt an sich einen Verlaufsprozess von Entwicklungen und deren mögliche Veränderung durch Behandlung.

Dazu braucht es eine klare Auseinandersetzung mit den spezifischen Grundlagen des Herangehens, sowie ein Verstehen der Bedeutung der Diagnostik von motorisch-perzeptionellen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus benötigt es ein Verständnis darüber, wie sozial-emotionale und Intelligenzdiagnostik bei Kindern und Jugendlichen zu einem integrierten, zukunftsorientierten, dynamischen Bild beitragen können, um gelingende Entwicklung junger Menschen zu ermöglichen.

Module:
Modul 1: Grundlagen der Kinder-, Jugend- und Familiendiagnostik
Modul 2: Motorisch-perzeptionelle Diagnostik im (Klein-)Kinder- und Jugendbereich
Modul 3: Sozial-emotionale Diagnostik, Persönlichkeits- und Intelligenzdiagnostik bei (Klein-)Kindern und Jugendlichen
Fachbereich II:
(Störungs-)Bilder bei Kindern, Jugendlichen und ihren Familien: Behandlungsmöglichkeiten und spezifische Diagnostik

Die Behandlung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familiensystemen braucht die Fertigkeit eben diesen zu begegnen, mit ihnen in Resonanz zu kommen und sie nicht als Objekt der Veränderung zu betrachten. Dies ist entscheidende Grundvoraussetzung für eine Behandlung, in der Kinder nicht nur ihre Defizite oder Störungen überwinden, sondern ihre Potenziale entfalten können. Dabei kommt zu aller erst der Wiederherstellung der alltäglichen Handlungsfähigkeit große Bedeutung zu, um darauf zukunftsorientierte Lösungs- und Entwicklungsmodelle aufzubauen. In diesem Rahmen werden dann auch entwicklungshinderliche Symptome behandelt, sofern diese nicht schon durch das lösungsorientierte Vorgehen dekonstruiert werden, (vgl. De Shazer, 1998).

An Hand vieler praktischer Beispiele wird genauer beleuchtet, wie solch ein positiver, prospektiver Lösungsansatz entwickelt werden kann und dieser dann wiederum auch mit anderen Behandlungsansätzen verglichen.

Module:
Modul 4: Spezifika der Klinisch-Psychologischen Behandlung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien
Modul 5: Herausforderungen ASS und AD(H)S
Modul 6: Verhaltens- und Sozial-Emotionale Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Psychosen in Kindheit und Jugend – Diagnostik und Behandlun
Modul 7: Stärkenbasierte, zukunftsorientierte Behandlung von Angst, Traumata, Zwang und Depression, Psychosomatosen und Essstörungen 

 

Fachbereich III:
Beratungs-, Eltern- und Netzwerkarbeit im Kinder-, Jugend- und Familienpsychologischen Kontext

Effektive Arbeit braucht und vermittelt für den Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Familien vor allem zwei Haltungen: die, der Positivität und die, des Gewaltlosen Widerstandes. Zudem wird unter anderem das Prinzip des um Unterstützungbittens und der UnterstützerInnen- und HelferInnenkonferenz praktisch dargestellt, sowie das Verhältnis zwischen Meldepflicht, Schweigepflicht und Kooperation beschrieben und diskutiert.

Module:
Modul 8: Stark und Positiv in Familie, Schule und Beratung: Beratungsansätze für Kinder-, Jugend- und FamilienpsychologInnen 
Modul 9: Netzwerkarbeit im Spannungsfeld der Disziplinen
Preise
Einzelpreis: € 160,-
Gesamte Workshopreihe: € 1300,-
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