Als die Lebkuchen lachten

Die Tage vor dem Fest waren dunkel. Die Sonne versteckte sich hinter Nebelwolken und eine ungemütliche Kälte kroch durch die Straßen. Ungemütlich fühlten sich auch die Menschen. Ungemütlich, traurig, genervt.

„Warum sind die Menschen so schlecht gelaunt?“, fragte der Lebkuchenkönig eines Tages. Er wandte sich an die Lebkuchen, Printen, Pfefferkuchenmänner und Lebkuchenfrauen in den Backstuben. „Sie sollen sich doch freuen in diesen Tagen. Die Weihnachtszeit ist eine frohe Zeit. Deshalb wünsche ich, dass ihr von nun alle herzlich lacht und fröhlich seid!“

„Wie soll das gehen?“, fragt eine Lebkuchenfrau. „Unser Bäcker ist immer so müde und schlecht gelaunt, dass er gar nicht anders kann als trübselig dreinzublicken. Wie soll er uns da mit fröhlich lachenden Lachgesichtern backen?“

„Keine Bange. Lacht mich nur machen!“

Der Lebkuchenkönig murmelte einige Zauberworte und eilte weiter zur nächsten Bäckerei. Viel zu tun hatte er in jener Nacht und am nächsten Tag lachten den Leuten überall von Broten, Brötchen, Kuchen, Weihnachtsplätzchen, Lebkuchen und Pfefferkuchenmännern fröhliche Gesichter entgegen.

Lustig sahen sie aus, und die Leute lächelten.

Von diesem Tag an erhellte in dieser Weihnachtszeit ein leises Licht die Gesichter der Menschen. Viele lächelten, manche lachten auch, und am lautesten lachte der Lebkuchenkönig. Das aber konnte keiner hören.

Newsletter